Gedichte
Ja, so ist das mit den Gedichten.
Wren erzählte mir gerade das ihr meine Zeilen die “allgemein gehalten” sind, besser gefallen als diese persönlichen, lachenden, weinenden kleinen Geschichten aus dem Herzen.
Ich denke nicht, das ein Thema ein Gedicht gut macht, sondern entweder es ist gut oder nicht. Ich mag z.B. gerne Gedichte die ganz banale Dinge in einer besonderen Weise erzählen.
Die Ausdrucksweise ist es, warum z.B. Erich Fried oder Kristiane Allert-Wybranietz so gerne gelesen und von beinahe allen gemocht werden. Bei Kristiane Allert-Wybranietz lächelt doch gleich jeder und denkt sich das er diese Situationen auch schon erlebt hat. Liebe, Sehnsucht, Menschlichkeit. Obwohl sie meist sehr persönliche Dinge schreibt, aber so das sie jeder nachvollziehen kann. Aber sie ist auch eine die Mut macht mit ihren Texten, sie regt zum nachdenken an und zieht in ihren positiven Gedichten auch aus schlechten Situationen immer etwas gutes. Das z.B. mögen die Menschen.
Zugfahrt
Manchmal ist das Leben wie eine Zugfahrt:
Du schaust aus dem Fenster,
möchtest den Duft der Wälder aufnehmen,
die Blumen pflücken, die an dir vorbeifliegn.
Doch du sitzt im Zug.
Wenn du so fühlst, solltest du
an der nächsten Haltestelle aussteigen,
auch wenn deine Fahrkarte auf ein anderes Ziel lautet.
(Kristiane Allert-Wybranietz)
Und alles nickt beim lesen und findet das diese Frau wirklich Mut hat, wenn sie denn wirklich so handelt. Und was ist mit uns!?
Jedenfalls kann ich solche Dinge nicht schreiben. Ich schreibe ja für mich und verarbeite Situationen meines eigenen Lebens ohne Blick auf eventuelle Leser darin. Das dies manchmal befremdlich wirkt ist klar.
Das man ein Gedicht aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann und muss zeigt uns der Meister Erich Fried:
Gedicht
Wer von einem Gedicht seine Rettung erwartet,
der sollte lieber lernen, Gedichte zu lesen.
Wer von einem Gedicht keine Rettung erwartet,
der sollte lieber lernen, Gedichte zu lesen.
(Erich Fried)
Über den Inhalt von Gedichten und das ganz eigene Empfinden kann man Stundenlang diskutieren. Und das ist doch gut!?
So und nun quäle ich mich mit meinem Rückenschmerz zur Theke und bereite mir ein gutes Sonnenfrühstück. Naja, Nutellabrot und Kaffee, das sollte langen für den Start in den fünften Urlaubstag