In Ägypten wurde der Skarabäus sehr früh mit den schöpferischen Kräften der aufgehenden Sonne und dem Ideenkreis des ewigen Neuwerdens assoziiert. Der Anblick des Mistkäfers, der sich rückwärts aus dem Sand herausschafft und ein ein rötliches Kügelchen hinter sich herzieht, beschwor die Vorstellung der von Osten nach Westen ziehenden Sonne. Die Assoziation wurde durch das Spiel der Worte noch verstärkt: cheprer, der ägyptische Name für Skarabäus, ist dem Verb cheper ähnlich in seiner Bedeutung: werden, vorkommen, und gleichzeitig einem Namen des Sonnengottes Chepri, wenn sein Aspekt als aufgehende Sonne gemeint ist. Man schreibt diese verschiedenen Begriffe mit dem Bildzeichen Skarabäus, und der Gott Chepri wurde häufig mit Skarabäenkopf dargestellt. 

Drei Bücher gibt es, die schon geschrieben sind: das Buch der Vergangenheit, das Buch der Gegenwart und das Buch der Zukunft. Ihr Inhalt steht fest in der heiligen Ordnung und an uns ist es, ihr verborgenes Wesen zu ergründen.

Das vierte aber, das Buch der Wandlung, liegt noch mit leeren Seiten vor uns, denn auf sie schreibt der Mensch seine eigene Geschichte, die von Irrtümern und Umwegen gekennzeichnet ist. Die wenigen Augenblicke von Harmonie und reiner Erkenntnis leuchten darin auf wie die Träne des Skarabäus, des regenbogenen Sinnbilds der ewigen Schöpfung. Dies ist die Stunde, in der Phönix sich selbst in seinem Horst verbrennt und wiedergeboren aufsteigt zum Himmel, um dort ein neues Leben zu beginnen…

- nach einer alten ägyptischen Handschrift

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