DORNENREICH – “Durch den Traum”
Auf zu neuen Ufern! Wiedermal, immernoch.
Folgt mir! Ein fröhlich säuselndes 2007 voller GLÜCK!
Und Dornenreich. Freilich aus dem Jahr 2006. Ich hatte es verpeilt, aber wer kommt mit diesen laufend rasenden Musique Veröffentlichungen schon klar? “Durch den Traum“, meine neueste Erwerbung. Ich meine unter anderem seit meinem letzten Blog-Eintrag vor gefühlten 2,05 Jahren.


Bei Dornenreich scheiden sich die Geister. Und das sehr extrem. Brach man mit der vorletzten Veröffentlichung “Hexenwind” mit allen Regeln der Vergangenheit, empfinde ich den eingeschlagenen Weg als Konsequent fortgesetzt. Dornenreich, alá die neue Ein-Mann-Show von Eviga (Valnes ist irgendwie ohne Erklärungen verschwunden!?), der sein neues Werk als “existenzialistische naturmystische Reise und musikalische Vision jenseits von Black Metal, (Neo-)Folk, und Ambient” umschreibt, liegt jenseits aller Schubladen. Ich deklariere das mal kurzerhand als KUNST.
In acht namenlosen Episoden, deren Spielzeiten zwischen einer und 13 Minuten pendeln, entführt der Künstler uns Hörer auf eine bizarre Reise durch das Unterbewußtsein, in die Grauzone zwischen Wachen und Träumen.
“Denn selbst im Traume gilt´s zu wandeln / Als edler Mensch und recht zu handeln” – so Calder—n in seinem “Das Leben ein Traum”. Und Eviga handelt in seinen Träumen. Beklemmend, düster und desolat zeigt sich die Welt, die er geschaffen hat. Wie Geister aus der Vergangenheit scheinen die musikalischen Wurzeln Dornenreichs nach der Gegenwart zu greifen. Die Gitarren – kalt und primitiv – gleichen einer Reminiszenz an den nordischen Black Metal, der die Gruppe in ihrer Frühphase beeinflußt hatte. Die poetisch wertvollen und tiefgründigen Texte werden zumeist geflüstert, doch auch heiser und mit sonorer Stimme gesungen oder gleich einer emotionalen Entladung heraus geschrieen. Dabei steht die Instrumentierung Takt für Takt in enger Korrespondenz mit der Lyrik. Coverartwork und Inlay korrespondieren ihrerseits mit den inhaltlichen Aspekten des Kapitels Nr. II ( “…vom Mensch zum Baum – immer tiefer in den Traum” ), womit “Durch den Traum” den Eindruck eines durchdachten Gesamtkunstwerks hinterläßt.
Dies ist doch das Wesen des Träumens: Nichts ist wie es scheint in einem hypnotischen Spiel um Verwirrung, tief verborgene Sehnsüchte und Ängste. Träume können uns das Gefühl von Geborgenheit ebenso vermitteln, wie sie uns beunruhigen und verunsichern können. All diese Aspekte vermitteln die acht Kompositionen, und oft ist es nicht einfach, sie sofort zu begreifen oder gar Gefallen an ihnen zu finden. Doch in Evigas Reise “Durch den Traum” schlummert ein Genius, den selbst die nicht leugnen können, die mit der musikalischen Umsetzung der Visionen dieses Ausnahmemusikers nicht zurecht kommen. Er selbst zeigt sich zuversichtlich: “Die Reise wird weitergehen, das nötige Bewußtsein ist entstanden” – und vielleicht folgt bald ja auf den Traum die Zeit des Erwachens.
Links : http://www.dornenreich.com
Achso, Quintessenz (schreibt man das so!?): Ich finds gut und ich kann den Silberling genießen. Demnächst etwas zu Therions neuer Scheibe “Gothic Kabbalah”.
Hey, mich gibts übrigens noch, aber das habt ihr schon gemerkt? *g*
Vielleicht bedränge ich euch mal wieder öfter. Versprochen wird nichts!
(Hm, ich brauch mal wieder ein Konzert. Empfehlungen für Januar und Februar in Köln z.B. ?)
