Karneval, Therion

HeyHo, es ist Karnevalszeit!
Täätäää! Täätäää! Täätäää!
Und obwohl ich ja garnicht so der Jeck bin (jedenfalls nicht expliziet zur närrischen Zeit) war ich am Dienstag mit Kollegen auf der diesjährigen und 13. Coca-Cola Karnevals-Sitzung. Bin ich irgendwie hingekommen wie eine HELDEN-Fännin zu einem Therion-Konzert. Apropo Therion… neee dazu später mehr… schön beim Thema bleiben… also Sitzung. Die Party ist jedes Jahr Thema bei uns, aber es gibt halt nicht immer (kostenlose) Karten in rauhen Mengen. Diesmal ist einer drei Stunden vorher abgesprungen weil er… ACHTUNG! “gerade mit dem Rauchen aufhört” … und ich habe mich dann kurzfristig entschieden den Nachmittag dort zu verbringen. Und ich muss sagen es war Hammer genial! Die Höhner waren da und die Paveier und andere Größen dieses Treibens die ich mangels Kenntnis und zuviel Kölsch nicht mehr zusammen bekomme. Aber ich weiß noch das kurz vor Schluß Olaf Henning kam und passend dazu der Strom ausfiel *bg* Das ganze fand beim Coca-Cola HQ, Ossendorf in einer riesigen Lagerhalle statt. Dumm nur das Andie Mc Dowell am Nebentisch meinen unwiderstehlichen Blicken nicht standhalten konnte und immer den Kopf wegdrehte wenn ich sie anlächelte *g* Kollege T. trafs da besser und ist mit der blonden Dirndluschi zwischendurch mal verschwunden. Neee, aber war lustig. Auch dieser wahnsinnige FC-Fan der uns nach unseren “FORTUNA! FORTUNA!” Gesangschören partout nicht mehr zuprosten wollte. Mittwoch wäre ich gerne wieder hingegangen und Donnerstag und Freitag auch.

Und nun endlich THERION… ich hab ja schonmal angekündigt das ein neues Album kommt. Hey! TUSCH! Und da isses! Therion pur. Zwar gewöhnungsbedürftig, nach den Knallern Lemuria/Sirius B, aber “Gothic Kaballah” kann da schon mithalten, wie ich finde.
Es fällt auf das der Anteil der symphonischen Elemente und vor allem die Chöre reduziert wurden. Zwar ist der Silberling etwas seichter geraten und Song-Fragmente erinnern zuweilen an andere Genre-Größen aber das ganze ist sehr kompakt, Homogen und einfach eine gelungenes Gesamtbild. Sobald man akzeptiert, dass sich Johnsson nach wie vor standhaft weigert stillzustehen, sondern weiter verschiedene Abzweigungen erforscht, wird man in dieses Album voll eintauchen können. Vor allem “The perennial Sophia” weiß zu gefallen und “Son of the staves of time” hat es mir angetan. Die Struktur von “The Path of Arcady” erinnert mich schwer an Vinnie Moore.
“Richtig” Therion wird es nur kurz und in Ansätzen zwischendurch ( “Close up the Streams” ) und vor allem im über 12 Minütigen epischen Closer “Adulruna redivivia” an den nahtlos der letzte Teil der Quadrologie (Sirius B / Lemuria / Gothic Kaballah) anknüpfen soll, der bereits eingespielt ist.
Die Produktion, in der jedes einzelne Instrument und Stimme ihren perfekten Platz haben (hört euch nur an, wie dick der Bass in jedem Song durchkommt!), ist kristallklar. Die Stimmen steuern Mats Levén, Snowy Shaw und Karin Fjellander dazu, wobei vor allem Levén als Leadsänger eine beeindruckende Performance hinlegt.
Lyrisch bleibt man den okkulten Themen treu, was aufgrund des mittlerweile gigantischen ideologischen Unterbaus der Schweden – vom Hausorden Dragon Rouge über das kabbalistische Runensystem des schwedischen Hofarchivars Johannes Bureus, der unter anderem die Nordischen Runen übersetzte und neu gruppierte, bis hin zum tibetanischen Totenbuch – einfach mal den Platz dieser Rezension sprengen würde. Daher nur soviel: Wenn ihr euch mit den Texten und Illustrationen der letzten drei Scheiben auch nur googelnderweise auseinandersetzt, solltet ihr für so ziemlich jedes okkulte Randgebiet auf ein solides Grundwissen zurückgreifen können.
Abschließend kann man THERION zu dieser erneuten Selbst(er)findung nur gratulieren, da “Gothic Kabbalah” eine sehr ausgewogene, frische und dabei doch unverkennbare Scheibe geworden ist. Nicht ganz so zugänglich zwar wie “Sirius B”, aber mit etwa ein bis zwei Wochen Einarbeitungszeit auch nicht unbedingt ein sperriger Brocken. Es wird wohl etwas länger dauern, bis ihr euren Weg in dieses Album findet, da ihm großteils diese sofortige Eingängigkeit abgeht, dafür aber lieber die Details erst mit der Zeit preisgibt, wenn man etwas mehr Zeit und Geduld investiert, da die Songs, obwohl mit wesentlich weniger Symphonik und Bombast ausgestattet als zuvor, immer noch so vielschichtig und detailverliebt sind wie eh und je. Es gibt immer noch viele klassische Instrumente, die aber wesentlich subtiler eingesetzt werden, das Gleiche gilt auch für diese leicht orientalischen Melodielinien, die schon seit Jahren den THERION-Sound durchziehen und den Songs einen eigenen Touch verleihen. Stellt euch einfach eine etwas rockigere Mischung der letzten Doppelveröffentlichung vor und ihr habt eine ungefähre Vorstellung von dem, was euch erwartet.
Ich bin gespannt was uns beim nächsten Album erwartet. Denn sicher sein kann man sich da nie. Das wäre ja auch mehr als langweilig…
Übrigens: Es gibt zwei neue Klassiker bei den Gedichten: Von Bert Brecht die Erinnerungen an Marie A. und Was willst du von mir? von Joachim Ringelnatz
Und zum Abschluß noch was beim Triwerk geklaut:
Zwei kleine Jungen unterhalten sich.
Fragte einer den anderen: “Wie alt bist du?”
“Ich bin fünf. Wie alt bist du?
“Weiß ich nicht”
“Du weißt nicht, wie alt du bist?”
“Nee”
“Machen dir die Frauen zu schaffen ?”
“Nee”
“Dann biste vier”
(Anthony de Mello)
See the wonders – Trust the Lion!
Tidesson…![]()