Interview mit Josef Schenk

Interview #012 vom 09.Dezember.2004

24 Fragen an

Josef Schenk

Josef Schenk 

Wien / Österreich
geboren am 19.01.1964
nicht verheiratet, keine Kinder

http://josefschenkgedichte.q27.de

1. Für welche Dinge hast Du eine Schwäche?
Für meine Freundin Christa.

2. Welche ist Deine Lieblingsfarbe und warum?
Alle hellen Farben, sie haben für mich etwas Positives.

3. Nenne uns einige Deiner Eigenschaften.
Disziplin, Ehrgeiz, Aufrichtigkeit.

4. Wo würdest Du gerne Leben?
Ich lebe ganz gerne hier in Wien.

5. Hast Du ein Motto?
Ja: “Ohne Fleiß kein Preis”.

6. Wofür interessierst Du Dich sonst so, was ist Dir wichtig?
Ich habe sehr viele Interessen. Theater, Fototgrafie, Bildende Kunst uvm. Weiters interessiert mich, was um mich herum vorgeht. Wichtig ist mir, dass die Menschheit endlich zur Besinnung kommt, denn wir sitzen allem im selben Boot. Gegenwärtig habe ich das Gefühl, dass wir uns – trotz der enormen Fortschritte auf manchen Gebieten – menschlich eher zurückentwickeln. Wir sind einfach nicht in der Lage, aus der Geschichte zu lernen.

7. Welche Musik hörst Du?
Verschiedene Stilrichtungen, von den Rolling Stones bis zu Bob Marley.

8. Welches Musikstück erinnert Dich an das erste Rendezvous oder den ersten Kuss?
Beim Musikstück muss ich passen. Es ist schon so lange her. Ich erinnere mich gerade noch an das Mädchen. Sie war groß und sehr schlank. Ich war damals gerade 12 Jahre alt. Es war sehr komisch, denn das Mädchen, das ich auserwählt hatte, war um mindestens 10cm größer als ich.

9. Ein Konzert, an das Du Dich gerne erinnerst?
Tina Turner in der Wiener Stadthalle im Jahre 1984.

10. Deine Lieblingsfilme?
Da wird es jetzt kompliziert, denn ich habe viele Lieblingsfilme. Aktuell vielleicht “Der Herr der Ringe”, den ich von meiner Freundin Christa “vorgesetzt” bekam. Aber auch “Die Müßiggänger” von Fellini aus dem Jahre 1953 oder “Die Dinge des Lebens” mit Michel Piccoli und Romy Schneider (1969).

11. Deine Lieblingsbücher?
Viele. Einige nenne ich trotzdem: “Der Prozeß”, “Das Schloß”, “Amerika” (alle von Franz Kafka), “Die linkshändige Frau” von Peter Handke, “Schöne Tage” von Franz Innerhofer uvm.

12. Welches wäre das Ziel Deiner Traumreise?
Kommt ganz auf die Stimmung an, denn manchmal sind es Städte, die ich gerne besichtigen würde, dann wieder die Einsamkeit einer Landschaft, oder einfach nur ans Meer.

13. Welchen Traum willst Du Dir unbedingt noch erfüllen?
Zufriedenheit zu finden, das Leben sinnvoll zu gestalen und dem Konsumwahnsinn zu entgehen. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg.

14. Wie hälst Du es mit der Computerei, was machst Du damit?
Vieles, wie Präsentationen, Statistiken, Foren besuchen uvm.

15. Wieviel Zeit verbringst Du am Computer?
Das lässt sich schwer sagen, aber ich glaube so an die 2-3 Stunden pro Tag.

16. Seit wann nutzt Du dieses Medium?
Das Internet erst seit 8.12.2003, die herkömmlichen Programme schon seit einigen Jahren.

17. Beteiligst Du Dich an anderen Projekten im Internet?
An Projekten eigentlich nicht, aber ich habe viele meiner Gedichte in diversen Foren untergebracht.

18. Was sind Deine Lieblingsseiten im Internet?
Alle Seiten, die von Menschen mit Engagement betrieben werden – ausgenommen natürlich Pornographische Seiten und was es sonst noch so alles an Müll gibt im Netz.

19. Gibt es Autoren, die Dich beeinflusst haben oder Dich beeindrucken?
Sehr, sehr viele. Am stärksten haben mich sicher die großen Dichter Erich Fried und Dr. Ernst Jandl beeinflust. Zu meinen Lieblingsdichtern gehören aber auch Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Hugo von Hofmannsthal, Georg Trakl, Rainer Maria Rilke, Rolf Dieter Brinkmann, Karl Seemann, Wolfgang Hilbig, Sabine Techel, Hans Ulrich Treichel, Nelly Sachs, Rose Ausländer, Mascha Kaleko, Walter Buchebner und noch viele, viele mehr.

20. Wann hast Du angefangen Deine Gedanken in Lyrik aufzuschreiben? Und wieviele Werke hast Du seitdem ungefähr verfasst?
Das war im Jahre 1986. Ich habe sehr viele Gedichte geschrieben, die ich aber dann wieder vernichtet habe. Heute existieren ungefähr an die 300 Gedichte von mir. Ich muss auch sagen, dass ich sehr kritisch bin – so kommt es nicht selten vor, dass ich von einem Gedicht 80 Versionen produziere und es mir am Schluss trotzdem nicht gefällt. Man wird eigentlich nie fertig – aber vielleicht ist es ja gerade das, was das Schreiben so spannend und lebendig gestaltet.

21. Wie würdest Du Deine Lyrik bezeichnen?
Freirhythmisch. Wichtig dabei ist mir, Bilder zu erzeugen, dem Leser Platz für individuelle Phantasie und Gedanken zu lassen. Nicht alles sagen. Aber es ist alles immer nur ein Versuch. Ich denke, das wird bis zuletzt so sein. Erst am Ende des Lebens werden wir wissen, welche Werke wirklich gelungen sind.

22. Wo veröffentlichst Du im Internet?
In verschiedenen Foren. Die umfangreichste Sammlung meiner Gedichte findet man auf e-stories.de.

23. Gibt es Buchveröffentlichungen von Dir und/oder sind welche geplant?
Einige meiner Gedichte wurden in Anthologien veröffentlicht. Neue Anthologieveröffentlichungen sind ebenfalls in Planung. Ein Buch möchte ich gegenwärtig aber nicht machen. Mir ist es lieber, dass man meine Gedichte im Internet finden kann. Über 100.000 Zugriffe sprechen da eine deutliche Sprache.

24. Und zum Abschluß bitte noch eines Deiner Lieblingsgedichte eines anderen Autors:
Dieser Bitte komme ich sehr gerne nach, obwohl mir naturgemäß auch hier die Auswahl nicht leicht fällt… Ich entscheide mich für das Gedicht “Kleine Störung” von Erich Fried, das sich in seinem Gedichtband “Zur Zeit und zur Unzeit”, erschienen 1981 im Bund-Verlag, Köln, befindet. Meine damalige Freundin las es mir eines Abends vor. Ich muss gestehen, dass ich es bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt hatte. Jahre später habe ich mich dann auf die Suche nach diesem Gedicht gemacht. Erich Fried beschreibt hier – ohne zu schwätzen – eine wunderschöne Erinnerung. Große Klasse.

Kleine Störung
Erich Fried

Im Schlaf geseufzt
sich einmal umgedreht
und mir dabei
die Decke weggezogen

Noch einmal umgedreht
dann lag die Decke
auf dem Boden
zur anderen Seite des Bettes

Dann noch einmal geseufzt
Dann legte ich die Decke
vorsichtig wieder auf sie
um sie nicht zu wecken

Fast jede Nacht
Ich fand das
etwas ärgerlich
und sehr komisch

Das fällt mir
manchmal ein
ärgerlich
ist es jetzt nie

doch einen Augenblick
ist es immer noch komisch
dann ist es nicht mehr komisch
denn sie ist tot


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