Interview mit Meike Christine Behrendt
Interview #004 vom 08.August.2004
24 Fragen an
Meike Christine Behrendt

Braunschweig
geboren am 08.Dezember 1975
ledig, (leider) keine Kinder
keine Homepage
1. Für welche Dinge hast Du eine Schwäche?
Für Menschen – nichts ist spannender!
2. Welche ist Deine Lieblingsfarbe und warum?
Ich liebe Farben… aber wenn es denn eine sein muss, unbestritten ROT – weil es so meinen Körper und all meine Sinne durchrauscht.
3. Nenne uns einige Deiner Eigenschaften.
weiblich, ledig, jung… (w)irr, großkotzig, scham-ant, verführbar…
4. Wo würdest Du gerne Leben?
Dort, wo ich mein Herz finde.
5. Hast Du ein Motto?
Lieben war schon immer das beste was ich konnte.
6. Wofür interessierst Du Dich sonst so, was ist Dir wichtig?
Kunst, Kreativität, Lesen, Malen, Singen, Lachen…
7. Welche Musik hörst Du?
Echte! Sie muss fetzen oder berühren, zum Lachen, Weinen, Lieben, Tanzen bringen können.
8. Welches Musikstück erinnert Dich an das erste Rendezvous oder den ersten Kuss?
Keines. Es war dunkel und so still, dass man nichts als Herzschlag und Atem hören konnte.
9. Ein Konzert, an das Du Dich gerne erinnerst ?
-
10. Deine Lieblingsfilme?
“Am goldenen See”, “Der Mann der Friseuse”… und Millionen anderer.
11. Deine Lieblingsbücher?
“Pan Aroma” von Tom Robbins, “Der Fänger im Roggen”, Heinrich Böll´s “Ansichten eines Clowns”, “Mann und Frau” von Zeruya Shalev… ettliches.
12. Welches wäre das Ziel Deiner Traumreise?
Jede einsame Insel.
13. Welchen Traum willst Du Dir unbedingt noch erfüllen?
Ein Kind zu bekommen.
14. Wie hälst Du es mit der Computerei, was machst Du damit?
Wäre nicht die Frage angebrachter, was SIE mit MIR macht..?!
15. Wieviel Zeit verbringst Du am Computer?
Stunde um Stunde.
16. Seit wann nutzt Du dieses Medium?
Hmmm… seit es mir zur Verfügung steht.
17. Beteiligst Du Dich an anderen Projekten im Internet?
Nein.
18. Was sind Deine Lieblingsseiten im Internet?
Diese…
19. Gibt es Autoren, die Dich beeinflusst haben oder Dich beeindrucken?
Jeder, der Beeindruckendes schreibt. (z. B. Rilke, Irving, Hesse, Shakespeare…)
20. Wann hast Du angefangen Deine Gedanken in Lyrik aufzuschreiben? Und wieviele Werke hast Du seitdem ungefähr verfasst?
Das erste, an das ich mich noch erinnere, war etwa mit 11 oder 12… seit dem unzählige, von denen etwa 100 noch existieren.
21. Wie würdest Du Deine Lyrik bezeichnen?
mei-lich
22. Wo veröffentlichst Du im Internet?
Lyrik.net – Die Lyrik Community, Lakies Homepage
23. Gibt es Buchveröffentlichungen von Dir und/oder sind welche geplant?
Nein.
24. Und zum Abschluß bitte noch eines Deiner Lieblingsgedichte eines anderen Autors:
Lang, aber es MUSS das sein…
“… noch hab ich meinen Unterleib”
Wolf Biermann: Lied für Eva-Maria Hagen
Ich hab im Maul noch alle meine Zähne
Mein Busen hängt noch lang nicht auf`m Bauch
Ick baumel ooch noch jerne mit de Beene
Nun bin ich alt und sterben werd ich auch
Bis gestern war ich noch die junge Schöne
Und morgen bin ich schon ein Hutzelweib
Wenn ich erst in der nassen Erde liege
Bin ich so nackich wie im Mutterleib
Ich spielte nie im Welttheater
die Dame ohne Unterleib
Ich bin noch viel zu jung und gerne
bin ich auch ein altes Weib
Man muss sich wehren und muss leider treten
in manchen Arsch, ob knöchig oder breit
Die niemals jung warn, gerade die trompeten
Nur! nur die Jugendzeit sei Goldne Zeit
Die niemals schwelgten, ach, die niemals brannten
Verzehren sich und schwelen im Verzicht
Es stinkt der Neid aus so verdorrten Tanten
Die gönnen uns nicht eine Nacht voll Licht
Manch eine spielt im Welttheater
die Dame ohne Unterleib
Ich aber nicht! ich war so gerne
jung. Und bin auch gern ein altes Weib
Mir konnte mancher in die Seele scheißen
Ein Macho hatte mich am Gängelband
Doch die sich über mich das Maul zerreißen
Die Schweine lach ich heute an die Wand
Ich hasse flotte Nummernschieber
Jetzt hab ich einen lieben Träumer lieb
Und wenn ich weinte, weinte ich zu Ende
Bis mir nicht eine Träne übrig blieb
Ich spielte nie im Welttheater
die Dame ohne Unterleib
Ich war so jung und war es gerne
und bin auch gern ein altes Weib
Ich liege oft in meinem Träume-Garten
Da spinn ich mir zurecht, was morgen war
Ich will, dass junge Weiber und auch alte
Wie Blumen blühen dürfen, rund um`s Jahr
Schneeglöckchen war ich, Bauernrose
Und schwere Aster in des Herbstes Pracht
Eisblume morgens an dem kleinen Fenster
Von deinem heißen Atem in der Nacht
Ich spielte nie im Welttheater…
Und sind die alten abgespielt, dann ziehe
Ich neue Seiten auf, damit es klingt
Ich mag so kleine LIeder im Gebrülle
Es wird schön hell, wenn man im Finstern singt
Jetzt bin ich alt und singe groß die Liebe
Und die Gitarre zupf ich zärtlichgeil
Mag Männer, wennse nach mir schaun und
nicht bloß
Wie Hunde glotzen auf mein Hinterteil
Ich spielte nie im Welttheater…
Jetzt bin ich alt genug und will es wagen
Ich sage dir die Wahrheit ins Gesicht
Ach, tief im Wäscheschrank die Wodka-Flasche
Und seine Briefe, tja, die fandst du nicht
Es tut mir weh, dass ich dich anlog
Als ich vorm Spiegel stand und lachte los
Als ich dich mit dem andern Kerl betrog
Da war mein Herz
für meinen engen Rippenkäfig
viel zu groß
Auch eine Alte muss es treiben
Noch habe ich ein` Unterleib
Und selbst im Grabe werd ich bleiben
Das, was ich gerne bin:
ein Weib
