Leonard Cohen

Das erste mal wirklich in Kontakt und Berührung mit Leonard Cohen kam ich durch meine eMail-Freundschaft mit der Autorin Sabine Diebenbusch (”Ausgeträumt“). Sie erzählte immer wieder sehr liebevoll von ihrem “Beinahe-Gott”. Dies und die Tatsache das er, bevor er angefangen hat zu singen Gedichte schrieb, war Grund genug für mich mal ein wenig über Leonard Cohen in Erfahrung zu bringen. Ich schob dieses vorhaben ein bisschen in den Hintergrund, bis… ja bis ich ganz zufällig eine Dokumentation über ihn sah. Obwohl ich natürlich eher den härteren Klängen von Musikkapellen fröne, gefiel mir die Art und Weise wie er seine Texte vortrug sofort sehr gut. Und genauso sehe ich es auch. Er versucht seine Gefühle in Form von Texten mittels Musik dem Zuhörer näher zu bringen. Etwas wovon fast jeder Lyriker träumt.

Das ich hier etwas über ihn schreibe ist seiner ruhigen Art zu verdanken, solche Menschen gefallen mir halt auf Anhieb. Und natürlich soll diese Seite Sabine gewidmet sein. Klaaar, natürlich hat sie schon Unmengen an Seiten über Leonard Cohen gesehen. Aber sicher keine von so einem Freak wie mir und keine die ihr gewidmet ist *bg*

Leonard Cohen

Wie wurde und wird, der Vater zweier Kinder (Lorca und Adam), der am heutigen 21.September 2003 – 69 Jahre alt wird, nicht schon alles genannt? “schwarzer Romantiker” z.B., und die New York Times betitelte den Kanadier einmal mit “Lord Byron des Rock ´n Roll“.

Die Show-Geschichte von Leonard Cohen ist dann auch eine ganz spezielle für sich. Er betrat nämlich erst ziemlich spät und fast widerwillig die große Bühne des Show-Business.

Er wurde am 21. September 1934 als Leonard Norman Cohen in der Kanadischen Stadt Montreal in eine konservative jüdische Familie hineingeboren, die bedeutende europäische Vorfahren hatte und zur Gründergeneration der jüdischen Gemeinde in Montreal zählte. Zu der Zeit wo er als Sohn von Nathan und Masha geboren wurde, hatten sie ein Dienstmädchen, ein Kindermädchen und einen Chauffeur, der auch gleichzeitig die Gartenarbeit verrichtete. Er wuchs wohlbehütet auf, musste aber als 10-jähriger 1944 den Tod seines Vaters hinnehmen, was er in dem Gedicht “Elegy” verarbeitete. Dann war da noch der zweite Weltkrieg, und das Wissen um das Leiden der Juden in Europa verstärkten zudem Leonards Gefühl der Verlorenheit.

Mit 13 Jahren konnte er schon die ersten Gitarren-Akkorde spielen und verdiente sich kurze Zeit später mit gelegentlichen Auftritten in örtlichen Café´s sein zusätzliches Taschengeld. Leonard engagierte sich in der Redaktion der Schülerzeitung und als erster ermunterte ihn sein Lehrer an der Westmount High School, Mr. Waring, zu literarischen Versuchen.

1949 fiel Leonard Cohen ein Gedichtband vom 1936 hingerichteten Federico García Lorca in die Hände. Er wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle und beeindruckte ihn so, das er später seine Tochter Lorca nannte.

Variation
(Variación)

Die Stille in der Luft
unter dem Ast des Echos.
Die Stille im Wasser
unter dem Laub der Sterne.
Die Stille deines Mundes
im Dickicht der Küsse.

Frederico Garcia Lorca

Bereits als 16-jähriger 1950 begann Leonard ernsthaft Gedichte zu schreiben.
An seinem 17.Geburtstag schrieb er sich in die McGill Universität in Quebec ein. Das ist insofern interessant, da er im Examensjahr 1955 mit dem Chester-McNaughton-Preis für kreatives Schreiben und mit dem Peterson-Preis im Fach Literatur ausgezeichnet wurde, wo es doch bei der Uni-Aufnahmeprüfung noch sein Schlechtestes gewesen war. Musikalisch betätigte er sich im Country and Western Trio “The Buckskin Boys”.

Sein Talent zu schreiben wurde immer weiter gefördert, so entstand z.B. 1955 die “McGill Poetry Series”, in der Leonard Cohens erste Veröffentlichung, “Let us compare mythologies”, als erster Band erschien. Cohen beschäftigte sich darin mit “Verlust und Entdeckung, Glaube und Zweifel, Liebe und ihr Verschwinden”. Es war eine “Kreuzung aus romantischer Lyrik und moderner Dichtung”. 1957 erschien in den USA die Schallplatte “Six Montreal Poets”, in der sich Cohen in der Gesellschaft seiner Lehrmeister Layton, F.R. Scott, A.M. Klein, A.J.M. Smith und Louis Dudek befindet. Cohen wurde auf dem Album als wichtigster junger Dichter in Montreal bezeichnet. Acht seiner Gedichte befinden sich auf der Platte.

1959 erhielt Cohen ein Stipendium des Canada Council, um in London seinen ersten Roman zu schreiben. Leonard hatte zwar inzwischen in Elizabeth eine englische Freundin, dennoch war er vom Englischen Essen, der Mode und der gesamten Kunstszene so enttäuscht, das er im Dezember seine Sachen zusammenpackte und ohne Elizabeth nach Griechenland flüchtete. Dort ließ er sich 35 Seemeilen von Athen in der Künstlerkolonie “HYDRA” nieder und lernte dort bald die intelligente und attraktive Norwegerin Marianne Jensen kennen, die mit dem Romanautor Axel Jensen verheiratet war und mit ihm zusammen einen kleinen Sohn hatte. Leonard reiste ihr bis nach Norwegen nach und lebte später mit ihr zusammen mit kleinen Unterbrechungen insgesamt sieben Jahre lang auf Hydra. Unter anderem ist Marianne auf der Cover-Rückseite des Albums “Songs from a Room” abgebildet.

Leonard Cohen

Während der Kuba-Konflikt 1961 schwelgte, befand sich Leonard auf Kuba. Die Vorkomnisse und Ereignisse hielt er unter anderem in “Flowers” fest. Es erschien der Gedichtband “The Spice-Box on Earth”, den er seinem Großvater Rabbi Klein widmete. Das Werk, in dem sich “Celebration”, Leonards Gedicht über Fellatio befindet, wurde ein voller Erfolg. Trotz einem Gedicht über Fellatio, ist die Struktur der Lyrik “traditionell und konservativ; Ironie entsteht durch Bilder und Themen, nicht durch die Form.”

Es folgte wieder eine Hydra-Phase, wo ihm “die falsche Schauerromantik ausgetrieben” und sein “verschnörkelter Stil gereinigt [wurden] unter dem Einfluss kahler Berge und einer fremden Gespielin, die schlichtes Englisch schätzte”, wie der Viking-Verlag 1963 in einer Pressemitteilung schrieb. Es folgte die Novelle “The Favorite Game”, welcher ihm 1964 den Literaturpreis der Provinz Quebec eintrug.

Im Winter 1963 tauchte er wieder in der Kultur-Szene Montreals auf, wo er die Tänzerin Suzanne Verdal kennenlernte, die ihn zu zwei Gedichten in “Parasites of Heaven” (1966) inspirierte. Das zweite Gedicht wurde zu dem ersten Song auf seinem ersten Album “Songs of Leonard Cohen” aus dem Jahre 1968: Der Welthit “SUZANNE” ist geboren. Erst mit 34 Jahren beginnt nun Leonards öffentliche Karriere als Musiker.

Ende Oktober 1964 erschien “Flowers for Hitler”, ein Buch mit Gedichten über Griechenland und Europas Geschichte sowie Erotik und Schuld, das von vielen als enttäuschend bezeichnet wurde. Die Gedichte seien wenig originell und ließen die Energie von “The Spice-Box of Earth” vermissen, beklagten viele Rezensenten.

Let us compare mythologieThe Spice-Box of EarthThe Favorite GameFlowers of HitlerParasites of HeavenSelected Poems

In Kanada begann Leonard Cohen die Arbeit am Roman “Beautiful Losers”, den er auf Hydra im Drogenrausch fertig stellte, und der 1966 ein skandalumwitterter Triumph wurde. Der Boston Globe schrieb damals darüber: “James Joyce is not dead. He is living in Montreal under the name of Cohen”. Ein Fernsehsender in Montreal bot Cohen eine eigene Sendung an, die er allerdings ablehnte. Nur mit “Selected Poems 1956-1968″ aus dem Jahr 1968 konnte Leonard Cohen später nochmals seinen literarischen Bekanntheitsgrad steigern.

“Ich schreibe, weil ich
etwas machen will,
das so schön ist wie du.
Wenn ich bei dir bin,
will ich so ein Held sein,
wie ich einer sein wollte,
als ich sieben Jahre alt war -
ein vollkommener Mann,
der tötet.”

aus “Selected Poems”

Trotz seiner Literarischen Erfolgen hatte er mit seinen Büchern bislang kaum Geld verdient. Nun eröffnete sich ihm die möglichkeit als Sänger ein grösseres Publikum zu erreichen. Erst mit Hilfe der Folkgrösse Hudy Collins, die “Suzanne” für ihr Album “In my Life” 1966 aufnahm, begann Leonard Cohens Anerkennung als Sänger und Poet. Fortan vertonte er seine Gedichte, die er in kreativitätsfördernder Einsamkeit in seinem Haus auf Hydra schrieb. Ungeachtet der für Popverhältnisse höchst verstiegenen Lyrics über Zerstörung, Tod, Wahnsinn und Neurosen, wuchs seine Fangemeinde rasch. Nachhaltig verstärkte sich die Depri-Stimmung vieler seiner Songs durch den monotonen Vortrag, mit dem er seine melancholischen Lieder eher vorträgt als singt. Seinen eintönigen Gesang (der gerade dadurch für viele einen besonderen erotischen Reiz ausstrahlt), unterlegt der scheue Einzelgänger mit kargen Melodien, mit oft überraschenden harmonischen Wendungen.

Er selber sagte: “Mit der Schriftstellerei war kein Geld zu verdienen”, also riet man mir, meine Texte mit Musik zu vertonen.” Immerhin hat Leonard Cohen bis dahin Hunderttausende Bücher verkauft.

In jenem Jahr verbrachte er einige Zeit im New Yorker Chelsea Hotel, in dem in jener Zeit Stars wie Joan Baez, Bob Dylan, Jimi Hendrix und Janis Joplin logierten. Cohens Song “Chelsea Hotel No.2″ auf dem Album “New Skin for the old Ceremony” von 1974 erzählt unter anderem vom frühen Tod von Janis Joplin, mit der er im Chelsea Hotel eine kurze Affäre hatte. Der Song “Chelsea Hotel No.2″ war übrigens der erste Song von Leonard Cohen, den ich je hörte. Lustiger Weise war der Song auch das erste Stück in der Dokumentation die ich sah. Für mich bislang ein Song der mich stark beeindruckt.

“I remember you well in the Chelsea Hotel
You were talking so brave and so sweet
Giving me head on the unmade bed
While the limousines wait in the street”

aus “Chelsea Hotel No. 2″

John Hammond nahm Leonard noch im September 1966 für Columbia unter Vertrag. Judy Collins führte den Kanadier in die Musikszene New Yorks ein: Er kam viel rum, schuf wichtige Kontakte und lernte unter anderem Bob Dylan, Lou Reed, Andy Warhol und The Velvet Underground kennen. Dennoch hatte es Leonard schwer sich im hektischen New York das Gehör der Kritiker zu verschaffen.

1967 kam der Durchbruch. Das Konzert gegen den Vietnamkrieg vom 30.April 1967 in New Yorks Town Hall, das im Radio übertragen wurde, war das wohl wichtigste. Leonard Cohen begann mit Suzanne, brach mitten in der ersten Strophe ab und kam erst auf Drängen von Judy Collins und der Zuschauer wieder auf die Bühne zurück und zog sein Konzert durch. Das Publikum raste vor Begeisterung. Der nächste Auftritt Cohens kam am Newport Folk Festival am 16. Juli, wo er erneut gefeiert wurde. Ende 1967 schloss er die Aufnahmen für sein erstes Album, “Songs of Leonard Cohen” ab, in dem er sich mit seiner Beziehung zu Frauen, insbesondere zu Marianne, beschäftigte. Es enthält die Songklassiker “Suzanne”, “Master Song”, “So long, Marianne”, “Teachers” und den Song nachdem Shouter Andrew Eldritch seine in den 90zigern sehr erfolgreiche Combo benannte: “Sisters of Mercy”.

Es folgten einige Wirren um die Rechte an seinen Songs. Er verlor z.B. die Rechte an “Suzanne” (wie es dazu kam habe ich leider noch nicht gefunden), so profitiert er z.B. bis heute nicht von den zahllosen Coverversionen anderer Musiker. Er gründet daraufhin die Firma Stranger Music, die das Copyright all seiner Songs hat – ironischerweise allerdings nicht an The Stranger Song, das seiner Firma den Namen gab und das er als erstes öffentlich gesungen hat.

Marianne Jensen, die Leonard Cohen all die Jahre begleitet hatte, kehrte nach Oslo zurück und ließ Leonard mit einem Gefühl von Verlust, Einsamkeit und Ohnmacht zurück. In einer Zeit, in der LSD und Speed eine hohe Bedeutung für ihn hatten, verarbeitete er seine Gefühle der Trennung von Marianne in seinem zweiten Album “Songs from a Room”, insbesondere in dem Lied “So long, Marianne”.

Als er sich im April 1969 auf Hydra in Griechenland aufhielt, gab es einen Millitärputsch. Das er das Land dennoch nicht verließ brachte ihm in der Heimat viel Kritik ein. Er kaufte sich später ein kleines Haus im “griechischen Viertel” von Montreal und berichtet in zwei Gedichten im Gedichtband “The Energy of Slaves” das 1972 erschien, von diesen Ereignissen.

Seine Musik wurde in der Folgezeit sehr viel Erfolgreicher als seine Bücher. Es erschien 1978 “Death of a Lady´s Man”, das er seiner Mutter widmete, die im selben Jahr verstarb. Die Produktion dieses Albums verlief aber äußerst kurios. Der berühmte Produzent Phil Spector riß die komplette Produktion und Erstellung der Songs ganz an sich, hantierte im Studio sogar mit einer Waffe herum, um zu verhindern das Leonard Cohen Einfluß auf das Abmischen der Songs bekommt. So klingt auch das Album völlig anders als andere Leonard Cohen Scheiben.

Das “Book of Mercy” welches man ab 1984 kaufen konnte, sollte zunächst “A Book of Psalms” heissen, weil es zugleich “Gebet, Beichte und Apologie” war, wurde zwar mit dem Lyrik-Preis der kanadischen Autorenvereinigung ausgezeichnet, kam aber beim Leser nicht gut an.

1970 begann Leonard mit den Aufnahmen zu seinem dritten Album, “Songs of Love and Hate”. Danach trat er seine erste Europatournee an, die ein voller Erfolg wurde. Am 31.August trat er mit den Doors, Miles Davis und Jimi Hendrix auf der Isle of Wight auf. Sein Album erschien 1971 und markiert den Beginn einer “Dekade der Verzweiflung”. Der Reggiseur Robert Altman verwendete in seinem Film “McCabe and Mrs.Miller” mit Warren Beatty und Julie Christie Songs von Leonard Cohen. Der Streifen wurde aber ein Flop.

Im September 1973 flüchtete er “vor häuslicher und persönlicher Unruhe im Zusammenleben mit Suzanne Elrod” für zwei Monate nach Israel. Dort trat er kurz vor Ausbruch des sogenannten “Yom-Kippur-Krieges” in Millitärbasen auf. Zurück von seinem Israel-Trip kann sich Leonard kaum vor Tatendrang bremsen. Er nimmt für einige Wochen Bob Dylan und seine kanadische Freundin auf, schreibt das Theaterstück “Sisters of Mercy” und gleichzeitig die Songs für das fünfte Album “New Skin for the old Ceremony”. Sein Film mit dokumentarischem Charakter “Bird on the Wire” läuft erfolgreich in London an und nach Abschluss aller dieser Arbeiten begibt sich Leonard auf seine dritte und längste Europatournee.

Nach der Rückkehr verschliesst er sich wieder dem Trubel und lebt 1975 zurückgezogen in seinem Haus in den Bergen Hydras. Die Plattenfirma veröffentlicht “The Best of Leonard Cohen”, was reißenden Absatz in den Schallplattenläden findet. Nach einem Jahr der Ruhe begann 1976 die vierte Europatournee.

Leonard Cohen

Ende der 70er Jahre lebt Leonard Cohen wieder alleine und abgeschieden, seine Mutter war ja 1978 verstorben und seine Frau hatte ihn verlassen. Er suchte nach neuen Wegen und fand schließlich im ZEN-Buddhismus eine Inspiration für das Album “Recent Songs” von 1979. Die Kritiker und die Öffentlichkeit waren voll des Lobes. Leonard Cohen war durch seinen “Lebenswandel” und durch seine aktuellen Gedanken ein gern gesehener Interview-Partner für Fernsehen und die schreibende Zunft. Es folgte eine weitere Europatournee, bei der Leonard Cohen vom kanadischen Dokumentarfilmer Harry Rasky begleitet wurde, der den Dokumentarfilm “The Song of Leonard Cohen” für den CBC drehte. Anschließend wurde es still um die faszinierendste Stimme Kanadas. Cohen zog sich in ein Zen-Kloster bei Los Angeles in Californien zurück, um für Roshi, seinen Zen-Meister, zu kochen. Allerdings ist Leonard Cohen kein Buddhist, sondern sieht sich eher als ZEN praktizierender Jude.

“Je weniger Dinge man auf Erden wichtig nimmt,
desto näher kommt man den wirklich wichtigen Dingen”

Frederico Garcia Lorca

Das Buch “Book of Mercy” erschien 1984 und das Album “Various Positions” kam 1985 in die Läden. Den Vertrieb des Albums lehnte CBS (Columbia) in den USA ab, obwohl CBS es in Kanada und Europa vertrieb. Daraufhin brachte Jem-Records die Platte in geringer Stückzahl auf den US-Markt. Für “Various Positions” hatte Leonard 1983 in Toronto das Video “I am a Hotel” gedreht. Es enthielt fünf Songs und läutete sein Comeback ein, immerhin lag ja sein letztes Album inzwischen 6 Jahre zurück. Erstmals seit zehn Jahren trat er auch 1985 wieder in New York auf. Das Coveralbum “Famous Blue Raincoat” (1986/87) von Jennifer Warnes war bei Kritikern und Publikum gleichermaßen ein ein Erfolg.

Mit der Unterstützung seiner früheren Background-Sängerin und musikalischen Freundin, die ab den 80er Jahren ihre Solo-Karriere verfolgte, gelang Cohen mit dem auf seinem zehnten Album “I’m Your man” (welches 1988 erschien und das der französischen Fotografin Dominique Issermann gewidmet ist), enthaltenen Song “First we take Manhattan” wieder ein Hit. Regisseur Oliver Stone untermalte die blutigen Abenteuer von Mickey und Mallory Know in seinem Film “Natural Born Killers” unter anderem mit Cohens Song “Waiting for the Miracle”.

Die Scheibe, verkaufte sich allein in Europa eine Million mal. Nach einer Welttournee, erscheint 1991 das Tributalbum “I´m your Fan”,  auf welchem Nick Cave, R.E.M., John Cale und andere Leonard Cohen die Referenz erweisen. Im selben Jahr erscheint eine Anthologie mit 43 Songs. Bereits nach der Veröffentlichung seines zehnten Albums arbeitet Leonard an “The Future” welches nach vier Jahren 1992 erscheint, und seiner Freundin, der Schauspielerin Rebecca de Mornay gewidmet ist.

 

Ende 1993 packt der mittlerweile 59-jährige Leonard Cohen seine mittlerweile schwer erhältlichen frühen Lyrischen Werke und etliche Songtexte in das 465-Seiten umfassende Werk “Stranger Music: Selected Poems and Songs”, das zunächst nur in Kanada erhältlich ist. Er zieht 1994 nach Los Angeles und es erscheint 1995 mit “The Songs of Leonard Cohen” ein weiteres Tributalbum mit Ehrerbietungen von Sting, Peter Gabriel, Elton John und anderen Musikern. 1997 gibt es eine weitere Best-Of-Compilation (”More Best Of”) mit zwei neuen Songs (”Never any good” und “The Great Event”).

Es wird sehr still um Leonard Cohen, der einzig im Jahr 2001 Live-Mitschnitte von einer Konzert-Tour 1979 im “Field Commander” auf dem Markt bringt. Ende 2001 erschien ein Album mit dem Titel “Ten New Songs”.Ein untypisches Cohen-Werk, da die Texte von ihm, die Musik aber von seiner langjährigen Mitarbeiterin Sharon Robinson stammen. Das Ergebnis ist auch eher enttäuschend.

2002 gab es mit “The Essential” nochmal eine Compilation mit dem besten aus 15 Alben auf zwei CD´s.
Heute wird er 69 Jahre alt, doch er hat nichts von dem Mythos eines Frauenschwarms und des letzten Vertreters der Beat-Generation verloren. Melancholie und Pessimus wurde Leonard Cohen oft vorgeworfen. In Wahrheit verkörpert er die Dichtung in ihrer reinsten Form. “Die reinste Form ist die Unreine”, sagt Leonard selbst. Ich finde diese Aussage hat etwas.

Wer einmal der Melancholie des Leonard Cohen verfallen, ist kann und möchte sich meist ein Leben lang nicht mehr davon los reißen. Viel zu tief hat sich der monoton faszinierende Gesang unterstützt von schlichten, melodischen, das Ohr des Zuhörers umschmeichelnden Gitarrenakkorden in dessen Herz eingegraben und es nicht mehr losgelassen. Und die meisten fügen sich willig in dieses Schicksal, lassen sich gerne immer wieder von einem der ungewöhnlichsten Musiker der Popgeschichte aufs Neue verzaubern.
Wird er heute auf die Inhalte seiner Gedichte und Songs angesprochen, erklärt er dies nur noch damit, daß er “über drei Jahrzehnte über ein und dasselbe schreibt und erst jetzt erkannt wird, das er nie mehr als nur von der Wahrheit gesprochen hat, wenn er in seinen poetischen Bildern auf die Mißstände dieser Welt aufmerksam machte.” Schließlich ist Leonard Cohen einer derjenigen, die von sich sagen können: “I `ve seen the future, Baby, it is murder. But cheer up anyway.”

Weiterführende Links:
Offizielle Leonard Cohen Seite von Sony
Die deutsche Seite von Christof Graf
A Tribute Site by Kadir Ercan

Leonard Cohen bei Wikipedia

Gedichte von Federico Gercía Lorca


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