Reisebericht England 2003
Insel-Survival-Trip oder Beim nächsten mal wissen wir Bescheid
von spunk und Morgain der Fee

Die Vorbereitung
Alles fing damit an, das auf dem Dezember Stammtisch in Willich Larissa nebenbei erwähnte das RyanAir 50.000 Flüge verschenkt. Hmmm, die Idee fanden wir irgendwie gut. Da wir (Joy, Rhia, und ich) bei Tina übernachteten, schauten wir uns am nächsten Tag mal auf den Webseiten des Billig-Fluganbieters um. Uns schwebte ein Besuch von Stonehenge und Glastonbury vor, so erschien uns ein Flug von Frankfurt-Hahn nach Bournemouth wunderbar. Gut, die Autofahrt nach Frankfurt-Hahn (das liegt im Hunsrück!!!) würden wir durch vier teilen und so hielten sich diese Kosten in Grenzen.
Tina buchte dann einen Tag darauf für uns vier den Flug. Und Rhia zückte netter Weise ihre Kreditkarte. Bournemouth erschien uns irgendwie gut, ist es doch von dort aus nicht all zu weit bis nach Glastonbury, dem sagenumworbenen Avalon. Tina hatte einen Trip mit uns drein geplant von Bournemouth über Bristol nach Glastonbury und dann weiter über Salisbury wieder zurück nach Bournemouth, doch es sollte alles ganz anders kommen…
Der Januar verging, das Geld (insgesamt für jeden ca. 25 Euro für Hin- und Rückflug, reine Kosten für Zoll, Flughafengebühren…) wurde abgebucht und die erste Absage von Joy trudelte ein. Einen Tag vor dem Abflug sagte dann auch noch Rhia ab, so war die illustre Runde gesprengt und der Altersdurchschnitt schnellte besenflugartig in die Höhe …
Start
Aber egal, fliegen wir halt nur zu zweit. Um 10:30 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Neuss zu Tina. 11 Uhr, pünktlich angekommen, ging es gleich los. Wir kamen gut voran und waren ca. gegen 14 Uhr an der kleinen Außenzentrale vom Frankfurter-Flughafen. Mit im Gepäck hatten wir Unterlagen vom ADAC, die Rhia für uns anforderte und den Reiseführer von Martin Velbinger “Südengland”, den ich hier an dieser Stelle ruhigen Gewissens empfehlen kann. Wir suchten uns also einen der 2000 Kostenlosen Parkplätze und machten uns gerade Gedanken darüber, wie wir zum Terminal kommen, als ein Bus anhielt und uns für einen Euro zum Terminal kutschierte. Im Bus gab es dazu einen Gutschein über einen Euro für das Gusto-Cafe, so dass die Fahrt noch nicht einmal überteuert war. Im Terminal angekommen, konnten wir auch gleich einchecken. Wir gingen dann noch unseren Gutschein einlösen, denn der Start war für 16:10 Uhr angesetzt.
Um 15:30 konnten wir durch den Sicherheitsscheck. Bei mir piepte es natürlich und der Sicherheitsbeamter wedelte seinen Detektor gekonnt an mir hoch und runter. Na ja, Gürtelschnalle, diverse Piercings, der geübte Fluggast kennt das natürlich *g*
Anschisse gab es auch gleich. Tina vom Bundesgrenzschutz weil sie ihr hochheiliges “Staatliches Dokument”, ihren Ausweis nämlich, mit einem Aufkleber verschönerte und ich vom Sicherheitsbeamten wegen der Kette die ich an meinem Portemonnaie habe. Nach einer kurzen Wartezeit saßen wir dann im Flieger von RyanAir, einer verhältnismäßig kleinen engen Maschine. Mein letzter Flug ist ja nun schon einige Jahrzehnte her, so waren die Gefühle beim Start natürlich etwas Ungewohntes, wieder Neues für mich. Schnell waren wir über den Wolken und das triste ungemütliche Wetter verwandelte sich in strahlenden Sonnenschein. Wer diese Anblicke über den Wolken noch nie genossen hat, kann sich diese wunderbare Schönheit nicht vorstellen. Staunend beobachteten wir die Wolken unter uns, die uns geradezu einluden in sie hineinzuspringen und sich sanft wie in Watte auffangen zu lassen. Nach fast 1 1/2 Stunden Flug landeten wir pünktlich um 16:40 Uhr in Bournemouth. Anders als Tina, die diese Landungen gar nicht mag, begrüßte ich sie sehr, bedeutete es doch heil und sicher wieder am Boden angekommen zu sein.

Bournemouth
Wir wurden zu einer besseren Bretterbude geleitet, wo wir unser Gepäck in Empfang nahmen. Der Bus-Stop war schnell gefunden, es gab nämlich nur den Einen. 5 Pfund leichter von Tinas 50 Pfund die sie mitgenommen hatte, erreichten wir dann den „Travel Interchange“ in Bournemouth, den Eisenbahn und Busbahnhof.
Dort hinein in die Informationsstelle des National Express, einer Überland-Coach-Linie. Übrigens sind die Lokalen-Linien sogenannte “Buses” und die Überland-Linien “Coaches”. Nach längerem anstehen bekamen wir den ersten Dämpfer. Tina erfuhr das es gar keine direkte Verbindung zwischen Bournemouth und Bristol gab, b.z.w nur einmal täglich, aber leider hatten wir den längst verpasst. Die nicht besonders bemühte Informationsdame (war ja gleich Feierabend!) verkaufte uns schließlich Tickets nach London-Heathrow und von dort weiter nach Bristol, allerdings netterweise zu dem Preis, den wir auch für die Direktstrecke gezahlt hätten. Tina nahm Sicherheitshalber gleich Tickets für die Rückfahrt am Montag mit, denn dies ergab noch eine Preisermäßigung. Dieses „Returnticket“ kostete dann 37 Pfund für uns Beide. Nun standen wir also um 17 Uhr in Bournemouth, die Bürgersteige waren hochgeklappt und die Schließfächer, wo wir hätten unser Gepäck für einen Spaziergang verstauen können, defekt. So machten wir es uns gemütlich (bbrrrr, kaaalt), futterten unsere ersten Nahrungsmittel und warteten auf den Bus der um 19:10 Uhr zum Airport London-Heathrow losfahren sollte. Irgendwie bekamen wir die Zeit rum und bis auf eine kleine Aufregung, wo uns der Busfahrer fragte zu welchem Terminal vom Flughafen wir denn wollten, kamen wir nach 2 Stunden Fahrt in Heathrow an.
London-Heathrow
Angenehm in London waren die beheizten Wartehäuschen. Dort fiel mir schon auf, dass doch sehr wenig Leute rauchten. Ist ja auch kein Wunder bei 4,50 Pfund für eine Packung Zigaretten. Wir machten uns dann noch auf den Weg in die U-Bahn und tauschten dort in einer Wechselstube jeder 50 Euro um. Die haben sich tatsächlich 4 Pfund an Gebühren eingesackt! Also Leute, tauscht in England nur in Stellen der Post, denn die berechnen gar nichts an Bearbeitungsgebühren. Da die Dame am Schalter des National Express in Bournemouth nicht gerade bemüht war uns zu helfen gingen wir in London noch mal in eine Infostelle um die Aussage zu überprüfen, dass es ja keine Direktverbindung von Bournemouth nach Britol gibt, zumindest so spät nicht mehr. Doch irgendwie ging alles drunter und drüber. Man wollte uns ein Ticket für einen Bus nach Glastonbury um 17 Uhr verkaufen. Also nachdem 1000 Fragezeichen den Raum füllten und es uns etwas zu beengt wurde, gingen wir wieder.
Um 22:50 Uhr ging der nächste Bus Richtung Bristol, wo wir dann auch hungrig und müde um 1:10 Uhr eintrafen. Ein riesiger Busbahnhof, wo Busse in alle möglichen Richtungen fahren. Doch um diese Uhrzeit war dort „Tote Hose“ und unser Bus anscheinend der letzte der ankam. Wir schauten auf den Fahrplan und stellten dort fest, dass der erste Bus nach Glastonbury erst am Morgen um 9 Uhr losfahren sollte! Prima (buuuuuh).
Bristol
So schlenderten wir erst mal Richtung Bristol-Innenstadt. An den „Christmas Steps“ vorbei (ein sehr alter Stadtteil, mit Häusern und kleinen Kapellen aus dem späten 14. Jahrhundert, in dem man sich wie im Mittelalter fühlt) zur Promenade. Ihr könnt es euch nicht vorstellen was dort los war. Vorwiegend Jungvolk drängte sich dort wie am Freitag Abend auf der Düsseldorfer Kirmes. Die diversen Fressbuden hatten Hochkonjunktur. Noch ein Umstand verwunderte uns sehr. Kaum einer hatte eine Jacke oder geschweige denn einen Pullover an. Uns war doch mit Pullovern und Jacken schon ziemlich frisch und die Mädels liefen dort mit bauch- und rückenfreier Bekleidung herum. Wir dachten schon daran jemanden zu fragen, wo es diese tollen Drogen zu kaufen gibt, denn wie gerne hätten wir auch nicht mehr gefroren…
Wir ließen uns an der Promenade auf einer Bank nieder und studierten den Südengland-Führer. Ganz in der Nähe musste ein „Youth Hostel“ sein und nach längerem Überlegen machten wir uns dann auf die Suche danach. Wir fanden es anhand des Buches ziemlich flott und betraten die warmen Stuben. Das erste was wir vom dunkelhäutigen Nachtportier zu hören bekamen war “NO ROOMS”. Hmmm, ja wir wünschen auch einen guten Morgen junger Mann. Auf unsere Frage ob er eine Alternative wüsste, telefonierte der gute Mann und drückte Tina den Hörer in die Hand. Sie vernahm ein “wait” und die Leitung war tot. Da wir uns dann auf den Weg zu dieser Alternative machen wollten fragte Tina, wo das denn sei und mit wem sie telefoniert hatte. Antwort: “Upstairs”. Öhhhm?
Es erschien eine sehr müde weibliche Person, die der Portier anscheinend wegen uns aus dem Schlaf gerissen hatte. Sie schaute kurz in den Computer und das einzige was sie sagte war “Fourteen Pounds”. Ach? Hört sich doch gut an. “Fourteen Pounds for One”. Urgs. Wir beschlossen dieses großzügige Angebot Nachts um halb drei nicht anzunehmen und verließen dieses gastfreundliche Haus wieder. Wir fanden unser Nachtlager in Form von Holzbänken an der „St.James Church“. Aber an Schlaf war irgendwie nicht zu denken, dazu war uns einfach zu kalt. Wir gingen dann wieder in den Bus-Bahnhof, der zwar Überdacht ist, aber irgendwie wärmer war es dort auch nicht. Es war nun kurz nach 5 Uhr und die ersten Reisenden trafen ein, das machte uns etwas Mut, dass zumindest Leben in diesen Bahnhof zurückkehrt und das Cafe bald eröffnete, wo wir wenigstens einen heißen Kaffee bekämen. Um 5:30 Uhr kam die erste Angestellte des Cafes und verschwand in den Räumen. Wir jubelten, denn sicher könnten wir um 6 Uhr endlich etwas Heißes zu trinken bekommen. Weitere zwei Angestellte kamen und eröffneten nach 6 Uhr den – KIOSK nebenan!

Uahhhh. Sie sortierten die ganzen Zeitungen die kurz zuvor angeliefert wurden und legten sie in die Auslagen. Na klasse. Tatsächlich wurde das Cafe erst um 7 Uhr eröffnet. Endlich einen Kaffee, das war gut. Aber wie in vielen Läden ist auch dort das Rauchen am Tisch nicht gestattet. Die Restlichen zwei Stunden mit einem heißen Kaffee in den Händen rumzubekommen war dann nicht weiter schwierig, zumal es sich unter der Deckenheizung (Die spinnen die Engländer tzzz) ganz gut aushalten ließ.
9:10 Uhr, endlich die Abfahrt nach Glastonbury. Diese alte Stätte von Mythen und Legenden liegt im Südwesten von England, 220 km westlich von London und 40 km südlich der Stadt Bristol… In den alten Zeiten lag es in einem Dreieck mit den gewaltigen Stein-Kreisen von Stonehenge und Avebury – diese drei Plätze formten einen Welt-Energie-Punkt. Große kreisförmige Linien gehen von Glastonbury aus zu vielen heiligen Zentren in der ganzen Welt… Es ist schon seit langem ein Wallfahrtsort, der Reisende von weit und breit anzieht. Die Überlieferung sagt, dass Jesus selbst in jungen Jahren mit Joseph von Arimathea hierher gekommen sein soll, der später zurückkehrte, um nach der Kreuzigung Jesu hier seine Tage zu beschließen. Aber auch vorher schon war es ein Wallfahrtsort in den Zeiten der Druiden (vor 2000 – 2500 Jahren) und noch weiter zurück im Megalythicum (vor 4000 Jahren).
Nach einer Stunde Fahrt, in der wir übrigens an dem tollen Städtchen Wells und dem Friedhof vom Glastonbury vorbeifuhren, kamen wir im Zentrum an. Der nette Busfahrer stieg sogar extra aus und zeigte uns das Haus von „Backpackers“.
Glastonbury
Backpackers

Im Backpackers angekommen, meldeten wir uns für zwei Übernachtungen an. Tina bekam einen Schlafplatz im „Big Orange Room“ und ich einen im „Big Yellow Room“. Das sind Zimmer mit mehreren Etagenbetten. Die Übernachtung kostete dort übrigens 10 Pfund pro Nacht in diesen grossen Schlafräumen. Einzelzimmer gibt es dort gegen Aufpreis natürlich auch. Es gibt dort Duschen und Toilette auf dem Zimmer, einen grossen Aufenthaltsraum mit Billard -Tisch wo man kostenlos spielen kann. Natürlich TV und Video. Unten ist eine Bar wo es oft Live-Musik gibt. Tina konnte ihr Zimmer gleich beziehen, ich musste leider noch etwas warten. Nachdem wir uns beide etwas frisch gemacht hatten (heiß duschen…juuubbeeelll) und eigentlich am liebsten gleich ins Bett fallen wollten, machten wir uns auf den Weg zu einer ersten Besichtigungstour durch das Örtchen.

Glastonbury
Kein Ort in England (oder vielleicht sogar Europa) dürfte soviel Mythen und Legenden, spirituelle Aktivitäten, Zentren
und Kraftplätze besitzen wie das kleine Städtchen Glastonbury im Südwesten Englands. Damals wie heute zieht dieser Ort magisch die Leute an, die im Netz von Raum und Zeit eine Rolle in der spirituellen Entwicklung des Landes oder sogar des Planeten haben. Für viele ist Glastonbury daher schlicht das Herzchakra der Erde, das legendäre Avalon oder das englische Jerusalem. Hier schlägt der Puls der Zeit stärker als anderswo und hier ist seit Jahrtausenden die spirituelle Bühne für weltbewegende Ereignisse und transformative Prozesse. Glastonbury war und ist seit undenklichen Zeiten heiliger Ort und Pilgerziel. Hier wirkten Artus und Merlin, liebten sich heimlich Lancelot und Guinevra und hier begann Parzival seine Gralssuche. Jedes Jahr im Mai gibt es hier ein großes Druidenfest und bekannte und unbekannte Rockbands geben sich im Sommer in diesem Städtchen mit seinen 7000 Einwohnern ein Stelldichein.
Natürlich kommen Esoterikinteressierte auch in den Geschäften und Läden dieser Stadt voll auf ihre Kosten. Hier findet sich einfach alles was das Herz begehrt. Buchläden, vegetarische Cafés, Kristall-, Duft- und Kräuterläden, Tarot und allerlei Zubehör. Doch am allerschönsten war dieser Edelsteinladen irgendwo im Hof der High Street, der Ort der “Glastonbury Experience”, wo auch der “Goddess Temple” zu finden ist. Wir hätten jedenfalls einen ganzen Sack voll Geld dort ausgeben können.
Glastonbury Abbey

Gleich vor der Haustür von Backpackers geht es zur Glastonbury Abbey. Das Kloster Glastonbury ist das Herz der Stadt und doch leider heute nicht mehr als eine Ruine. Es war das letzte Kloster, das von Heinrich dem VIII geschlossen wurde, als er die Engländer gewaltsam zur Anglikanischen Kirche konvertierte. Glastonbury Abbey ist wirklich ein heiliger Platz – wie immer man “heilig” auch definieren mag. Es wurde nach ähnlichen mathematischen Prinzipien geplant wie Stonehenge und die Pyramiden. Und es verwundert auch nicht, hier das Grab von König Artus und seiner Frau Guinevra (auch Guinevere, Gwenhwyfar) zu finden.
Der Mythos vom Gral ist hier überall präsent und es ist nicht schwer, sich Merlin, Artus und die zwölf Ritter der Tafelrunde vorzustellen. Hier in dieser Ruine haben Mönche im 11.Jahrhundert das Grab mit den sterblichen Überresten von Artus und seiner Gemahlin gefunden. Sie wurden im Jahre 1278 im Beisein von König Heinrich in die Hauptkirche in einen Schrein umgebettet. Der Eintritt kostet 3 Pfund für Erwachsene und ähnlich wie in Stonehenge ist man dann hinter dem Zaun anstatt davor. Wir überlegten eventuell Sonntag ganz früh Morgens die Abbey zu besuchen und machten uns weiter auf den Weg Richtung „Chalice Well“.
Chalice Well



Chalice Well liegt direkt am Fuß des Glastonbury Tor und ist die heilige rote Quelle von Avalon. Das Wasser ist rötlich/braun, nicht etwa weil es so schmutzig wäre, sondern es liegt am hohen Eisenanteil des Quell-Wassers. Viele Menschen pilgern Jahr für Jahr zu Chalice Well um vom Brunnenwasser zu trinken. Dem Wasser wird Heilwirkungen für verschiedene körperliche und geistige Beschwerden nachgesagt. Wer einmal von dem Quell der Heilung gekostet hat, wird sich stets an den besonderen Charakter erinnern und immer wieder an den magischen Besuch dieses zauberhaften Ortes denken. Und das ist er, weil um die Quelle herum ein wunderschöner Garten angelegt ist. Viele schreiben ihre Wünsche auf und hängen die Zettel an einen Baum über der Quelle in der Hoffnung das sie erfüllt werden. Zusätzlich übergibt man der Quelle etwas von sich, z.B. eine Kette oder ähnliches oder bringt kleine Opfergaben wie Blumen oder Obst dar. Der Garten steht ganz im Zeichen des “Vesica Piscis”. Das sind zwei ineinander verschlungen Kreise, die man in Chalice Well überall findet. Tina war alleine in diesem Garten, ich wollte mir erst einmal die 3 Pfund sparen und später diesen Garten noch mal besuchen, leider sollte ich keine Gelegenheit mehr dazu bekommen…:-(
Direkt in der Strasse neben Chalice Well beginnt der Aufstieg zum Glastonbury Tor.
Glastonbury Tor


Tor heißt es übrigens nicht wegen dem sichtbaren Tor, das man übrigens aus mehreren Kilometern Entfernung sieht, weil die Umgebung ringsherum nur flaches Land zu bieten hat, sondern “TOR” ist in dem Falle Altkeltische Sprache und bedeutet einfach nur “Berg”. Dieser 158 Meter hohe Berg wird auch “Ynis Vitrin” genannt, die “gläserne Insel” und ist angeblich natürlichen Ursprungs. Bei Niedrigwasser gab es als Verbindung zum Umland nur einen schmalen Pfad. Menschen, die es wahrnehmen bestätigen die Kraft dieses heiligen Ortes. Die St.Michael Kirche wurde im 12. Jahrhundert an diesem Ort der Kraft, der manchmal auch “Drachenlinie” oder “St.Michaels Leyline” genannt wird, errichtet. Drachenlinie deswegen, weil hier eine Linienführung zusammentrifft, die mehrere St.Michaels und St.Mary Kirchen in Südengland verbindet. Das Phänomen dieser “männlichen” Energielinie, die in der St.Mary Line ihr Ergänzung findet füllt ein ganzes Buch und ist von vielen Rutengängern bestätigt worden. Es passt zum Mythos alter Fruchtbarkeitsrituale – der Begegnung des Männlichen und Weiblichen zum Segen der Erde.Doch schon bald, nämlich am 11.September 1275 zerstörte ein Erdbeben die neue Kirche, die den Sieg des Christentums über den alten heidnischen Glauben symbolisierte. Es wurde behauptet, es sei das Werk der Feen gewesen. Die Kirche wurde neu aufgebaut, doch wieder stand sie nicht lange. Alles was bis heute übrig blieb ist der 1306 errichtete Turm. Ein Turm mit einem Rundbogen, ein altes Symbol des Heidentums!
Es wird berichtet und gemutmaßt das unterirdische Tunnel und Höhlen unter dem Tor existieren, deren Eingang an der Stelle liegen soll, wo heute der gotische Turm steht. Es ist anzunehmen, dass die Druiden sie für ihre heiligen Zeremonien und Reisen in die Anderswelt nutzten. Sie glaubten, das irgendwo dort der Eingang zur Unterwelt von Annwn liegt, das Reich der dunklen Göttin Cailleach. Aber heutzutage stehen sie unter Wasser, da die britische Wasserverwaltung sie als Wasserreservoir benutzt. Auch heute sind viele Menschen der Meinung Avalon liegt geschützt durch die Nebel in einer anderen Realität. Es war allerdings gar nicht nebelig, sondern ein herrlich sonniger Tag.
Tatsächlich spürt man oben auf dem Berg eine besondere Kraft, die einen fühlen lässt “angekommen” zu sein. Vielleicht ist es Einbildung, vielleicht ist aber auch etwas daran, jeder sollte mal dort oben gewesen sein und es selber herausfinden. Erklimmt den Berg, schaut zum St.Michaels Tower hinauf, haltet dem stürmischen Wind der dort weht stand, schaut von dort oben auf die drei Bezirke Somerset, Dorset und Wiltshire hinunter und sagt mir anschließend das alles Humbug ist. Das werdet ihr dann nicht mehr können *lächelt*
Unser weiterer Weg führte uns zur Glastonbury Abbey Barn. Ein Gebäude das fast wie eine Kirche aussieht, aber in alten Zeiten tatsächlich dazu diente das Vieh, dass die Bauern mangels Geld als Steuerabgaben einzahlten, zu beherbergen.

Wieder zurück im Zentrum von Glastonbury fiel uns eine winzige Kapelle auf. Dies war die Celtic Orthodox Church, die so würde ich sagen, im Ursprungszustand erhalten ist. Soweit ich das verstanden habe gehört diese kleine Kapelle auch zur St.Mary-Line, die die Drachenlinie auf dem Tor vervollständigt.

Obwohl wir an diesem Samstag gar nicht vor hatten soweit rumzukommen, sind wir an nur einem Tag an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen. Ein wahrlich phantastischer Ort dieses Glastonbury …
Wir ließen den Tag dann im Aufenthaltsraum des Backpackers ausklingen. Tina war denn auch früh im Bett. Ich trank mir dann noch einen Kaffee und fing die ersten Zeilen zu dieser Berichterstattung an.
Wells
Nun war Sonntagmorgen und wir genossen erst einmal unser reichhaltiges Frühstück mit den Dingen die wir mitgebracht hatten. Dann überlegten wir ob wir noch die Abbey besuchen oder gleich nach Wells wandern wollten. Wir entschieden uns uns gleich auf den Weg nach Wells machen, um uns dann am Nachmittag dann noch die Abbey anzusehen.
Unterwegs kamen wir am Friedhof von Glastonbury vorbei. Dies ist ein alter Friedhof, der an einem Hang gelegen ist und auf dem es viele Gräber von im Jahre 1800 Gestorbener gibt. Nachdem wir uns dann dort ein Weilchen aufgehalten haben, machten wir uns weiter auf den rund 6 Meilen entfernten Weg nach Wells. An diesem Tag hatten wir wirklich Glück, denn die Sonne schien ganz herrlich am Himmel. Der Weg nach Wells ist oftmals nicht ganz so einfach zu Fuß zurückzulegen, da es unterwegs hier und da an einem Weg für Fußgänger mangelt und man durch Schlamm und Pampa wandern muss. Im bezaubernden Wells angekommen, entdeckten wir gleich die Türme der St.Andrews Cathedral mit deren Bau im Jahre 1174 begonnen und mit Fertigstellung der beiden Türme um 1400 den Abschluss fand. Wir liefen eine Strasse entlang und voller Erstaunen erblickten wir einen Supermarkt von Lidl. Wir staunten nicht schlecht darüber, denn wir wussten beide nicht das Lidl & Schwarz so weit verbreitet ist. Unser Weg führte uns dann durch das kleine Städtchen direkt zur Kathedrale, die zu den drei schönsten Gotischen Kirchen Englands gehört. Unterdessen waren wir die ganze Zeit auf der Suche nach einem Ort, wo wir noch Euros umtauschen konnten. Die Banken hatten alle zu und der Witz von Tinas Freundin wirklich gut, die meinte man könne doch überall in England mit Euros bezahlen. Probiert das ja nicht, denn in England zählt nur die eigene Währung. Mitleidig wird man überall belächelt wenn die Einheimischen mitbekommen, dass man nur Euros in der Tasche hat. Ja, das Tourist Information Centre haben wir dann auch gefunden…leider 15 Minuten zu spät, denn es war geschlossen. Angekommen bei St.Andrews gingen wir durch den Kreuzgang in den Garten der Abtei und hielten uns dort eine Weile auf. Wir bestaunten noch das Städtchen und bei einem Blick auf die Uhr, es war mittlerweile 17 Uhr, machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, denn wir hatten uns vorher mit 2:0 Stimmen für eine Busfahrt zurück entschieden. Noch ein letzter Versuch in einem Einkaufszentrum an Pfunde zu kommen schlug fehl und eine Inventur unserer Barschaften brachten klägliche 5 Pfund und 70 Cents zu Tage. Doch für die Rückfahrt, die 3, 50 Pfund kostete, reichte es dann noch. Unterwegs überlegten wir uns dann das wir uns zu unserem feudalen Abendessen in Form von Spaghetti und Salat noch ein Bierchen genehmigen könnten. Im Supermarkt erstand ich dann eine Flasche Circle Master, echtes “Organic Ale” von Wichwood für 1,49 Pfund. Unser gemeinsames Abendessen war denn auch wirklich der krönende Abschluss eines gelungenen Tages. Wir sahen dann noch ein wenig fern (Stargate und Alias) und gingen schlafen, denn leider fuhr morgens kurz nach Neun schon unser Bus zurück nach Bristol.
Glastonbury – Bristol – London Heathrow
Nachdem wir also früh aufgestanden waren, frühstückten wir noch kurz, verstauten unsere Sachen und Tina war noch schnell unterwegs zur Postoffice um noch etwas Geld für die Busfahrt zu tauschen. Wehmütig verabschiedeten wir uns mit einem Versprechen bald wieder zu kommen, denn die Zeit dort verging viel zu schnell. Der Rückweg war dann auch wenig spektakulär. Im Alten Busbahnhof von Bristol angekommen ging es dann bald weiter nach London. Unterwegs im Bus nach London gab es dann auch noch etwas schönes zu sehen. Kilometer weit fuhren wir an einem Reservat für Wildpferde vorbei. Das muss wirklich riesengroß gewesen sein und ich muss noch mal nachschauen was und wo das genau war.
Da standen wir also nun wieder in Bournemouth und da wir noch 3 Stunden Zeit bis zum Abflug hatten entschlossen wir uns noch mit dem Bus zum Strand zu fahren. Ja, den wollten Tina und ich doch noch gerne sehen. Als wir wieder ausstiegen erkundigten wir uns noch kurz wo der Bus zum Flughafen abfährt und als wir den Fahrplan studierten traf uns ein erster Schlag. Der letzte Bus fuhr schon um 13 Uhr, danach gab es einfach keinen mehr! Klasse! (Die spinnen, die Engländer!) Uns als wir uns so verzweifelt ansahen fuhr doch tatsächlich ein Doppeldeckerbus an uns vorbei dessen ausgewiesenes Fahrziel Salisbury war. Da hätten wir eventuell am Freitag anstatt nach London zunächst einmal nach Salisbury fahren können. Naja, das ist nun alles Makulatur. Wie liefen in Bournemouth also zunächst einmal zum Strand. Fand ich wirklich gut das wir uns noch dazu entschlossen hatten. Als Erinnerung konnte ich so noch ein paar Muscheln einsammeln
) und die frische Meeresluft geniessen.
Ein Kassensturz brachte unsere letzten 12 Pfund zu Tage. Wir fragten einen Taxifahrer, ob er uns für diese letzten Kröten zum Flughafen fährt und er willigte, der Göttin sei dank, ein. Er lies dennoch die Uhr mitlaufen und am Flughafen angekommen zeigte das Taxameter 12 Pfund irgendwas an. Hihi, echt gut.
Frankfurt-Hahn
Beim Rückflug war denn leider wegen der Dunkelheit nicht all zuviel zu sehen. Jedenfalls erkannte uns die Dame des Bundesgrenzschutzes dann auch gleich an Tinas Aufkleber auf dem Ausweis wieder *g*. Einen Kaffee am Flughafen gab es dann auch nicht mehr, irgendwas war defekt *grummel*. Und das wo ich doch so müde war und noch 2 Stunden Fahrt mit dem Auto vor mir hatte. Tinas Instinkten folgend, kletterten wir durch ein Loch im Zaun auf einer Baustelle am Flughafen, so kamen wir auf direktem Weg zu meinem Auto. Der Rückweg war dann sehr sehr nebelig und man konnte kaum 50 Meter weit gucken. Wir vertilgten dann noch unsere Notration in Form von Gummibärchen und kamen bei Tina in Neuss gegen 1 Uhr Nachts an. Noch ein Stündchen später lag ich denn auch im Bett und träumte von einem kleinen Häuschen und einem Leben irgendwo in Avalon …
Fazit der Survival-Tour:
Die Zeit war viel viel zu knapp. Man kann dort mindestens Wochen verbringen ohne das einem langweilig wird. Wir wollten noch so gerne die Cheddar Caves ansehen, die sich ganz in der Nähe von Wells befinden. Ganz zu schweigen von Stonehenge oder Avesbury. Doch selbst in Glastonbury kann man locker zwei Wochen verbringen.
Der Zeitpunkt (Anfang Februar) hatte Vor- und Nachteile. Vorteil war sicher das es nicht überfüllt vom Tourismus war. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was dort im Sommer los ist. Nachteil … nun ja, es war kalt! Und zwar schweinekalt ;(
Wir hatten viel zu wenig Geld mit. Ich habe 80 Euro ausgegeben, was aber für die drei Tage absolut ok war. Wir kamen damit gut klar, konnten uns aber auch nicht besonders viel leisten. Und Morgain muss das nächste mal unbedingt mit gaaanz viel Geld hin, um die Edelsteinläden auszuräubern.
Tauscht nur Geld in Post Offices um, denn diese nehmen keine Bearbeitungsgebühren. Und – fliegt direkt nach London, erspart euch die Tour mit dem Bus.
Also das nächste mal haben wir mehr Zeit, mehr Geld und überhaupt…vielleicht organisieren wir die Tour das nächste mal ja sogar ein bisschen *g*
Egal wie es wird, aber eins ist klar – irgendwann kehren wir zurück… nach Hause …zurück nach Avalon…
Links:
Webseiten von Tina, Morgain die Fee
Reiseführer Südengland von Martin Velbinger
Glastonbury City - Isle of Avalon
Glastonbury Tor
Backpackers Glastonbury
