Über das schreiben

Schreibmaschine

“Wir schreiben Gedichte nicht nur zum Spass.
Wir schreiben Gedichte, weil wir zur Spezies Mensch zählen,
und die Spezies Mensch ist von Leidenschaft erfüllt….”

Es war mir schon auf einer meiner anderen Seiten im www ein Anliegen etwas “Über das Schreiben” zu schreiben. Später dachte ich dann “wen interessieren schon meine Gedanken über das schreiben?”

Doch als ich (irgendwie zum ersten mal) den Amerikanischen Film “Der Club der Toten Dichter” von Peter Weir mit Robin Williams gesehen hatte, kam es mir wieder in den Sinn, etwaige verirrte Leser mit meinen Gedanken darüber zu belästigen.

Ich fing also im Mai 2002 an Gedichte zu schreiben. Ich machte mir keine Gedanken über Stil, Aussehen usw., für mich war nur wichtig das meine Zeilen – mein Herz und meine Seele enthielten. Und das tun sie, jedes einzelne Gedicht. Sie kommen aus mir und bringen mein innerstes für Menschen sichtbar zutage. Das ist auch das wertvollste für mich bei Gedichten von anderen. Selbst Lyrik von 15 Jährigen kann mir gut gefallen, obwohl die zusammengeschusterten Zeilen wüst aussehen, wüst klingen und sich meist auch genauso wüst lesen lassen. Doch, wenn darin Seele und Herz steckt, ist (für mich) ein wichtiges Kriterium erfüllt. So bekommt jeder, der es auch nur versucht seine Gefühle aufzuschreiben, meinen Respekt. Ob ein Gedicht gut oder schlecht ist, ist eh eine ganz ganz subjektive Geschichte. Wenn ich nicht ab und zu ein bisschen positives Feedback bekommen würde, hielte ich meine Gedichte für ganz übeles Amateurhaftes Machwerk. Das sie es für den ein oder anderen auch sind, steht ausser Frage *g* Für die Masse jedenfalls scheinen meine Gedichte nicht zu taugen, obwohl ein Gedicht schon hier und da als Gewinner gewählt wurde. Wenn Dir meine Gedichte gefallen, kannst du sicher sein das du ein besonderer Mensch bist. Hm, zumindest aber vielleicht ein sonderbarer der einen weiten Horizont besitzt. Schreib mir doch bitte wenn Dir meine Gedichte gefallen, ich lerne gerne interessante Menschen kennen. Muss doch sicher mehr als drei Leute geben die einen “guten” Geschmack besitzen ;)

Jedenfalls kaufte ich mir irgendwann ein Buch von “Thomas Wieke – Kreativ schreiben: Gedichte“. Ein wirklich tolles Buch, das mich sehr gut unterhalten hat. Man bekommt einen Einblick in verschiedene Stilrichtungen, und lernt Besonderheiten der poetischen Sprache kennen. Doch dieses Buch will dem Leser vermitteln, wie man schreiben MUSS. Ich halte nichts von diesem Dogmatischen Denken. Ich bin der Meinung das absolut garnichts MUSS. Ich schreibe manchmal komische Dinge… na und? Ein Gedicht findet den Weg auf Papier oder in den Computer wie es nunmal eben raus möchte. Rückblickend auf meine bescheidene einjährige Erfahrung kann ich sagen, das ich die Gedichte welche ich schrieb ohne grossartig zu überlegen bei meinen Betalesern am meisten Anklang fand. Also für mich gibt es bei der Lyrik-Schreiberei keinerlei Gesetze. Das manchmal ein Gedicht so oder so, anders geschrieben, “besser” klingen würde ist eine ganz andere Sache.

Vielmehr als aus Büchern oder Gesetzesmässigkeiten konnte ich von anderen Autoren lernen. Das ist etwas was mich sehr froh, und mir viel Spass macht. Ich lerne, und es hört niemals auf :o )

Doch mal kurz zurück zum Film “Der Club der Toten Dichter”. Eine der bewegensten Szenen dieses Films empfand ich als der Lehrer John Keating (Robin Williams) seine Schüler dazu animiert, die Einleitung aus einem Wissenschaftlichen Buch zur Beurteilung von Lyrik, anhand dessen sich mittels eines Koorinatensystems der Wert von Gedichten ermitteln läßt, herauszureißen.

“Pflücke die Knospe so lange es geht,
und die Blüten, wenn Sie noch prangen.
Denn bald sind die Rosenblätter verweht.
Wie schnell kommt der Tod gegangen.”

(Walt Whitman)

“Warum hat der Dichter diese Verse geschrieben?” “…weil wir Nahrung für die Würmer sind, Jungs!” schrie Keating. “Weil wir Frühjahr, Sommer und Herbst nur in begrenzter Anzahl erleben werden. Es ist kaum zu glauben, aber eines Tages wird jeder einzelne von uns aufhören zu atmen, wird erkalten und sterben!”

Also raus aus dem Fahrwasser der eingefahrenen Normen. Gestaltet das Leben (und eure Gedichte ;) so, daß Ihr Glücklich damit seid, das es außergewöhnlich wird und ist.

Links:

Aphorismen und Zitate über das Schreiben (intern)
Dichter und Gedichte von Matthias Kehle (intern)
Liste verbotener Redewendungen in literarischen Manuskripten von Goethe (intern)

Hausarbeit zum Thema Club der Toten Dichter von Michael Lenz
Der Club der Toten Dichter bei Tobias Kochsmeier
Das Buch bei Amazon.de
Die DVD bei Amazon.de


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